Alant

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Auch genannt

Alantwurz, Alantwurzel, Altwurz, Alttee, Edelwurz, Gottesauge, grosser Heinrich, Helenenwurz, Helenenkraut, Odenkopf, Olant, Wodanshaupt

Beschreibung

Wächst auf feuchten Wiesen, an Ufern und Gräben in ganz Europa, wird auch im Garten angebaut. Früher wurde dieser von unseren Ahnen in Massen gezogen. Sein schwach verzweigter Stengel wird 60 cm bis über einen Meter hoch, hat grosse, etwa 20-30 cm lange, 15-20 cm breite Blätter, diese gleichen jenen des Meerrettich, sind aber auf der unteren Seite filzig und etwas silberweiss und am Rand ungleich gekerbt. Seine gelben Blüten erscheinen Juli bis August, sie gleichen den Arnikablüten, sind aber bedeutend grösser als jene der Arnika; sie sitzen einzeln auf den Zweigspitzen. Der kultivierte Alant wird viel grösser als der wilde, er hat auch grössere Heilkraft; deshalb wird der Gartenalant von den pharmazeutischen Firmen sehr geschätzt. Da die Heilpflanzen heute wieder so hoch in Ehren und massenhaft zur Anwendung kommen, würde sich ein Massenanbau dieses Alantkrauts sehr lohnen. Man sammelt die Wurzel im Frühjahr oder Herbst. Die Heimat des Alant ist Vorderasien.

Verwendung

Die Alantwurzel ist in der Heilkunde heute noch genau so unentbehrlich als früher. Nach den alten Kräuterbüchern, u.a. Matthiolos "Grosses Kräuterbuch", in dem nicht weniger als 1059 Heilpflanzen mit genauer Beschreibung und Anwendung erwähnt werden, spielt der Alant eine grosse Rolle; denn man hatte schon damals seine Heilstoffe erkannt und benutzt. Zwinger schreibt in seinem Werk, dass noch umfangreicher ist als das vorerwähnte, dem Alant wunderbare Heilkräfte zu. Er empfiehlt ihn in Wein gesotten und getrunken, bei verschiedenen Magenleiden, die durch Verschleimung bedingt werden, sodann als ein gutes Mittel gegen Bleichsucht, Gelbsucht, Schleimhämorrhoiden, Krätze, Flechten, Ausschläge verschiedener Art und besonders bei Trägheit und Erschlaffung der Schleimabsonderungsorgane.

Als man in neuerer Zeit die für den menschlichen Körper unentbehrlichen Heilstoffe des Alant auf neue entdeckte, fand er in der Heilkunde wieder seinen Ehrenplatz. die Alantwurzel besitzt mehrere eigentümliche Bestandteile, von denen ein stark riechendes, flüchtiges, ätherisches Öl (das auch Alantkampfer genannt wird), bitterer seifenartiger Stoff, Gummi, Harz und ein eigentümliches Stärkemehl (das sogenannte Inulin oder Helenin}, die wichtigsten und wirksamsten sind. Infolge dieser Bestandteile wirkt die Alantwurzel im allgemeinen als ein kräftiges, etwas scharfes Reizmittel, teils als stärkendes Mittel und ist daher in ihrer Wirkung mit der Kalmus und der Engelwurz zu vergleichen; daher findet sie ihre zweckmässige Verwendung gegen solche Krankheiten, in welchen Erschlaffung, Reizlosigkeit, vermehrte Absonderung an den Schleimhäuten der Verdauungsorgane, sowie bei verminderter Tätigkeit der Lymphdrüsen, mit Anschwellung und Verhärtung derselben, z.B. Leberverhärtung, unvollständiger Ernährung den Grundcharakter bildet. Diesen Andeutungen entsprechend wird der Alant gebraucht: Bei Appetitlosigkeit und Unverdaulichkeit aus Schwäche und Verschleimung der Verdauungsorgane, sodann gegen Katarrhfieber, Gicht, bei Trägheit und zäher Schleimabsonderung bei Lunge und Brust.

Die Alantwurzel wird auch als Tinktur benutzt.

Siehe auch



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