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Angelika |
Auch genanntAngelikawurzel, Brustwurz, Engelwurz, Erzengelwurz, Heiligergeistwurz, Heiligewurz, Luftwurz, Theriakwurzel, Zahnwurz BeschreibungWächst an Flussufern, Gräben und auf nassen Wiesen in Mengen. Sie ist eine von den grössten Heilkräutern, wird bis eineinhalb Meter hoch. Die Blätter sind etwa bis 10 cm lang, stark gefiedert, herzförmig und ungleich gesägt, sie sitzen auf den breiten, aufgeschlagenen Blattscheiden. Blüht grünlich weiss Juli und August. Die Wurzel ist bis 4 cm dick, stark verzweigt und geringelt, innen mitunter auch gelblich; im Sommer fleischweich und mit einem geringeren Geruch und gewürzhaften Geschmack versehen, dagegen hat sie im Herbst und Winter einen stärkeren Geruch und ist von holziger Beschaffenheit. Man sammelt die Wurzel im Herbst oder Frühjahr, Stengel und Blätter werden im Sommer geerntet. Die Angelika kommt in allen Landgegenden, besonders aber in Mittelgebirgen und hohen Alpen in ganz Europa vor. VerwendungDie Botanik gibt dieser Pflanze den Namen "Engelwurz" nicht zu Unrecht; sie hat nämlich als Weltallheilmittel, wo immer sie auch zur Hilfe herbeigezogen wurde, sich noch immer glänzend bewährt. Ihr Name "Theriakwurzel" verrät sie als Universalheilmittel unserer Ahnen. Auch gegen die Pest wurde sie von der damaligen ärztlichen Heilzunft angewandt. Man wusste nicht, wie dieser schleichenden und heimtückischen Krankheit, die auch als der schwarze Tod bezeichnet wurde, am besten entgegengetreten werden könnte. Es war eine Zeit, in der täglich so viele Menschen, die morgens frisch und gesund aufgestanden, bis zum Abend von der würgenden Pest hinweggerafft waren. In diesem grossen Jammer und Elend suchten die Menschen bei der Engelwurz Zuflucht und Hilfe und glaubte durch den Genuss dieser Pflanze vor dem Tode sicher bewahrt zu bleiben. Die Wirkung der Engelwurz war jedenfalls zufriedenstellend und deshalb wurde ihr der Name "Heiligergeistwurz" gegeben. Unsere Ahnen kannten die Engelwurz auch als ein ausgezeichnetes Heilmittel bei verschiedenen Magenstörungen nervöser Natur; man trank sie öfters des Tages in Wein. Bekanntlich leiden sehr viele Menschen an Verdauungsstörung, Magendrücken, Magenblähung und Sodbrennen. Wenn diese Schmerzgeplagten von der ausgezeichneten Hilfe der Engelwurz wüssten, würden sie keinen Augenblick mehr zögern, dieselbe gegen ihre Leiden anzuwenden. Bei Gasansammlung im Magen oder Darm, besonders da wo die Gase nicht durch den Darm entleert werden sondern durch den Hals ausströmen, gibt es kein besseres Mittel als Engelwurz mit Anserine zu gleichen Teilen in Weisswein angesetzt und 10 Tage an 20° Celsius Wärme gestellt, hernach von diesem Kräuterwein am Tag öfter einen Teelöffel voll genommen. Die Wirkung ist unvergleichlich; wo alle anderen Mittel versagen, dort hilft dieser Engelwurzwein schnell wie ein Zauber. Nach Th. Zuigeri´s "Grossem Kräuterbuch" (1700) soll der Teeaufguss selbst Vergiftungserscheinungen, die durch unreine Stoffe entstanden sind, schnell und sicher beseitigen. Als die Römer mit den Germanen in Berührung kamen, lernten auch sie dieses berühmte Heilkraut kennen und gaben ihm, nachdem sie ebenfalls von seiner glänzenden Heilwirkung überzeugt waren, den Namen "Heiligergeistkraut". Um die Engelwurz für den Arzneigebrauch alle Zeit gleich bei der Hand zu haben, pflanzten die Mönche diese in ihren Klostergärten. Nach Vorschrift der Kräuterbücher gaben sie von der Engelwurz oder von dem Kraut auf ein halb Liter Wein oder Wasser einen Teelöffel voll gut gekocht, bei grosser Schwäche und Erschöpfung; selbst in den schwierigsten Fällen von Unterleibsschmerzen, Grimmen und Kolik (wenn solche von unreinen Stoffen und kalten Trank herrühren), wussten sie den Engelwurz anzuwenden. Als besonders wirksam gilt sie bei Magenerkältung, Brustverschleimung, Magenverschleimung und Lungenverschleimung. Unsere Ahnen wussten auch, dass bei diesem Leiden kein Mittel so zauberhaft wirken kann, als gerade die Engelwurz, deshalb gaben sie ihr auch den Namen Brust- und Luftwurz. Hat jemand ungesunde Speisen genossen, die der Magen nicht richtig verdauen kann, soll man an die Engelwurz denken, hier leistet die Angelikawurzel hervorragende Dienste, wenn man sie täglich dreimal benutzt. Unter den verschiedenen Bestandteilen der Engelwurz sind als die wirksamsten zu beachten: ein flüchtiges ätherisches Öl, ein balsamisches Harz, Bitterstoff und Stärkemehl. Die Engelwurz wirkt flüchtig, reizend und stärkend, daher wird sie bei allgemeinser Schwäche so sehr gerühmt und von allen Kräutermitteln am meisten angewandt. Angelika wird auch als Teemischung gegen Alpdrücken und Darmkolik verwendet. Die Wurzel wird zur Herstellung der Tinktur verwendet. Siehe auch
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