Augentrost

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Auch genannt

Augenkraut, Augenleuchtkraut, Augendienstkraut, Hirnkraut, Lichtkraut, Milchdiebkraut, Milchschelm

Beschreibung

Auf sehr mageren Wiesen in ganz Europa wächst dieses Kräutlein in Massen, wird bis 10 cm hoch. Seine Blüte ist weiss, nach innen violett gestreift und gelb gefleckt, sie erscheint im Juni, Juli, August, September und Oktober. Man sammelt das blühende Kraut (Juni, Juli, August, September und Oktober).

So ein Schelm wie der Augentrost! Kaum haben die Bauern ihre Heuernte eingeholt und warten mit Freude auf das "Grummet", steckt auch schon der Milchdieb "Augentrost" sein buntes Gesicht hervor. Hat der Bauer unterlassen, den Boden gut zu düngen, so ist das dem Augentrost gerade recht, denn der Dünger ist ja sein Tod. Der Bauer wartet umsonst mit seinen ungedüngten Wiesen auf gute Grummeternte, daher hat auch die Landwirtschaft dem Augentrost den Tod angesagt und rückt ihm mit dem besten Dünger zu Leibe. Doch hat es auch seine gute Bewandtnis mit diesem verhassten Kräutlein; der Augentrost hat schon bei mancherlei Augenleiden sehr viele Dienste geleistet und manchem das Augenlicht erhalten.

Verwendung

Augentrost gesotten und mit dem Absud die Augen gebadet oder Aufschläge auf die Augen gemacht, reinigt, stärkt und entfernt jede Art Entzündung der Augen und bewirkt auch klares Sehen; deshalb nennt ihn der Volksmund Augendienstkraut. Der Augentrosttee am Tage 2 - 3 mal getrunken, stärkt nicht nur die Augen, sondern auch den schwachen Magen. Der Augentrost wird auch bei Gelbsucht gelobt; wegen seines Bitterstoffes mische man den Tee zur Hälfte mit Milch, dann lässt er sich leicht trinken. Auch die Homöopathie weiss dieses Kräutlein bei verschiedenen Augenleiden mit bestem Erfolg anzuwenden; besonders bei Augenentzündung; ausserdem bei Zungenlähmung, Stottern und Taubheit der Finger; natürlich braucht man eine volle Kur, bis die verschiedenen Leiden beseitigt sind. Dr. med. Barbette sagt in seinem Werk "Arzneipraktik" (1718): "Gegen Augenstar nimmt man eine Hand voll Augentrostkraut, Baldrianwurzel, Eisenkraut, Holunder und Kamilleblüten, siedet alles in Weisswein und lässt den Dampf in das Gesicht gehen."

Siehe auch



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