Bockshornklee

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Auch genannt

griechischer Klee, Siebenzeitensamen, Kühhornsamen

Beschreibung

Seine Heimat ist in Vorderasien und Griechenland; während er dort wild wächst, wird er bei uns angebaut und besonders in der Erfurter Gegend massenhaft gezogen. Der Stengel erreicht eine Höhe von etwa 30-60 cm und hat wie alle Kleearten 3 Blätter, die länglich und keilförmig sind, von denen das mittlere Blatt etwas länger ist. Blüht hellgrün, Juni und Juli. Die Blüte gleicht der Bohnenblüte; daraus entwickelt sich eine halbmondförmige Samenhülse, die schnabelartig endet. Diese Samenhülse enthält etwa 15 harte Körner, welche in der Heilkunde Verwendung finden. Man sammelt den Samen im September.

Verwendung

Der Bockshornklee ist schon seit uralter Zeit als ein auflösendes, zerteilendes und reifendes Mittel bei den Ärzten und im Volk gut bekannt und deshalb bei allen Geschwüren auch sehr geschätzt und benutzt. Auch Kneipp hat den Bockshornklee in seine Heilmittel aufgenommen und stellt ihm als Hausmittel das beste Zeugnis aus. Er verordnet ihn äusserlich und innerlich bei Geschwüren zum erweichen, reifen und heilen. Bockshornkleemehl gut gesotten und den Brei auf Geschwüre oder Geschwulst als Pflaster aufgelegt, nimmt die Schmerzen weg, reift und zerteilt die Anschwellung; besonders dort, wo Blutvergiftung droht, kann er mit sicherem Erfolg angewandt werden. Ein sehr gutes Mittel ist der Brei bei Mandelanschwellung und Mandelentzündung, hier hilft er wie kaum ein anderes Mittel, wenn man ihn als Brei auflegt.

In seiner Heimat wird der Bockshornklee in Milch gekocht und besonders gern den kleinen Kindern als Nahrung gereicht, damit sie recht fleischig werden. Da die Türken nur korpulente Frauen lieben, essen die dortigen sehr mageren Frauen mit Vorliebe von diesem Brei; den sie wissen, dass er ihnen zu der gewünschten Stärke schnell verhilft. Man kann diesen Brei auch unseren mageren und überschlanken Damen mit bestem Gewissen empfehlen. Wer also mit seiner Magerkeit nicht zufrieden ist, der probiere es einmal mit diesem herrlichen Mittel, das uns die Natur schenkt, da wird er über den Erfolg staunen, den der Brei erreichen kann. Zu diesem Zweck nimmt man 3 Teile Milch, 1 Teil Bockshornklee, ein halber Teil Knabenkrautwurzel in Pulverform, lässt aufkochen und dann ist das gute Hagermittel gebrauchsfertig.

Apothekerdirektor Kröber schreibt in seinem Kräuterbuch: "Nicht selten sieht man Kranke im Laufe eines Monats zwei bis vier Pfund zunehmen. Der Bockshornklee verhält sich wie ein echtes energisches Mittel zur Hebung des Allgemeinzustands - mit einer oft raschen Gewichtszunahme und leichten Vermehrung der roten Blutkörperchen. Seine Bestandteile sind u. a. fettes Öl, Sapogenin. Besonders reich ist Bockshornklee an Phosphor und zudem enthält er auch viel Eisenmineralien. Diesen Bestandteilen zufolge ist die rasche Wirkung leicht verständlich, die der Bockshornklee bei übergrosser Magerkeit schnell erreicht.

Ausser in Milch gesotten und als Brei benutzt, lässt sich der Bockshornklee auch als Tee verwenden. Auf eine Tasse kaltes Wasser nimmt man 3 Gramm Bockshornkleesamen (ungemahlen), setzt ihn kalt an, lässt etwa 2 Stunden ziehen, dann aufkochen und süsst den Absud nach Belieben mit Zucker oder Honig. Täglich nimmt man 3 Tassen dieses Tees.

Siehe auch



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