Haarpflege

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Der Pflege des Haares sowohl in Wuchs als auch in Erhaltung der Schönheit ist schon in den frühesten Zeiten die größte Aufmerksamkeit gewidmet worden. Von den verschiedenen Haarpflegemitteln, die heute gebraucht und empfohlen werden, stammen daher fast keine aus der heutigen, sondern fast alle aus schon sehr alter Zeit.

Von diesen Mitteln sollen nun die besten folgende sein:

Inhaltsverzeichnis

Erstens

Klettenwurzelwasser. Man kocht 50 bis 60 Gramm möglichst frische und feingeschnittene Klettenwurzeln in einem Liter Wasser und füllt dieses, nachdem es erkaltet ist, in eine Flasche. Mit diesem Wasser reibt man den Kopf, respektive die Kopfhaut, wöchentlich ein- bis zweimal des Abends ein.

Zweitens

Brennesselwasser. Mindestens 100 Gramm feingeschnittene Brennesselwurzeln werden in einem halben Liter Wasser und einem Viertelliter Essig 30 bis 40 Minuten lang gekocht und dann der Absud abgegossen.

Mit dieser Flüssigkeit wird der Kopf wöchentlich vielleicht ein- bis zweimal vor dem Schlafengehen gut gewaschen.

Um das Haar möglichst weich zu erhalten, wird der Kopf von Zeit zu Zeit mit Tafelöl abgerieben

Beide vorstehenden Mittel werden für Wuchs und Nachwuchs der Haare ungemein gepriesen und sind jedenfalls allen anderen Mitteln vorzuziehen.

Drittens

Weiter werden als Mittel für den Haarwuchs noch empfohlen:

Zitronensaft, zur Hälfte mit Wasser vermischt, mit dem die betreffenden Stellen, respektive die Kopfhaut, täglich einzureiben ist, und

Viertens

die Einreibungen mit einer Mischung von 1 Teil Rizinusöl und 5 Teilen Franzbranntwein; beides schüttle man gut durcheinander und reibe damit mit einem Schwämmchen die Haare ein. Ein bis zwei Teelöffel genügen. Öfteres Waschen des Haarbodens mit lauem Seifenwasser ist nötig.

Gegen Haar- und Bartflechte wird die tägliche Einreibung mit fünfprozentigem Salizylspiritus an den von der Flechte ergriffenen Stellen empfohlen.

Um blondes, lichtes Haar bei Kindern schön hell zu erhalten, wasche man dasselbe öfter, vieleicht alle 8 bis 14 Tage, mit recht milder Seife, wobei dem Waschwasser ein wenig Franzbranntwein beizugeben ist. Ebenso sollen Waschungen der Kopfhaut mit starkem Kamillentee, indem man in dieser einen Schwamm eintaucht und strichweise über das Haar streicht, sehr gute Dienste tun.



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