Hafer

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Wenngleich der Hafer auch nicht zu den allgemeinen Heilpflanzen oder Unkräutern gehört, besteht doch Grund genug, ihn hier zu erwähnen, denn er ist ein Nähr- und Heilmittel ersten Ranges. Nach der chemischen Wissenschaft enthält er verschiedene Heilstoffe, von denen das Eiweiss, die Kieselsäure und der Schleimzucker die wichtigsten und wirksamsten sind. Infolge dieser Bestandteile wird die Hafergrütze, das ist eine Abkochung mit Wasser, Milch oder Fleischbrühe als nährendes, leicht verdauliches und sehr mildes Mittel besonders für Genesende, bei allgemeiner Schwäche, bei krankhafter Reizbarkeit des Verdauungstraktes, gegen Durchfall usw. mit grossem Erfolg angewandt.

Inhaltsverzeichnis

Hafergrütze

Die richtige Hafergrütze enthält das B-Vitamin. Dieses B-Vitamin ist ein Nährstoff, den der menschliche Körper zur Erhaltung seiner gesamten Nervenkraft unbedingt benötigt. B-Vitamin verbürgt einesteils das Arbeiten des Nervensystems, andererseits das Entgegenwirken bei Erkrankungen der Haut (Furunkulose). Wenn das B-Vitamin in der täglichen Nahrung fehlt, stellen sich allerhand Nervenkrankheiten, u. a. Gedächtnisschwäche, Müdigkeit, Nervenschwäche, Verzagtheit, Versagen der Kräfte usw. ein.

Haferschleim

Ausserdem dient die Hafergrütze zur Bereitung des Haferschleimes, der innerlich als beruhigendes und förderndes Mittel bei Erkrankungen, besonders, wenn sie ernsthafter und entzündlicher Art sind, gebraucht wird. Ferner wird die gesottene Hafergrütze gegessen gegen Stiche, die das Tiefatmen verursacht, sodann bei Spannen in der Brust, Magenleiden, Magendrücken, Magenschwäche, Zuckerkrankheit.

Die Hafergrütze kann also überall dort angewendet werden, wo allgemeine Schwäche der Verdauungsorgane und des ganzen Körpers vorhanden ist. Man setzt die Hafergrütze in kaltem Wasser zu, lässt sie kurze Zeit kochen, zieht sie vom Feuer, gibt ungekochte Milch dazu, lässt sie noch 10 Minuten ziehen, worauf der Brei mit Zucker oder Honig gesüsst wird. So hat man das Kraftnährmittel oder das sogenannte Lebenselixier tischfertig. Davon kann man essen so viel man mag.

Haferstrohbad

Nicht nur die Hafergrütze, sondern auch das Haferstroh, das zu Bädern benutzt wird, ist ein erstklassiges Heilmittel. Haferstroh wirkt wegen der darin enthaltenen Kieselsäure ausserordentlich gut gegen Beschwerden der Harnorgane, z.B. Blasenschmerzen, Blasenschwäche, Nierenschmerzen, die durch Nierensteine veranlasst werden, sodann gegen Gicht und Rheumatismus, denn sie lösen die Harnsäure im Blut. Auf ein Vollbad nimmt man etwa 1 Kilo Haferstroh und lässt es eine Viertelstunde bei mässigem Feuer gut sieden, dann ist es gebrauchsfertig. Den Haferstrohabsud kann man auch zu Bädern bei aufbrechenden Füssen mit bestem Erfolg benutzen.

Siehe auch

  • Krankheiten, die mit Hafer behandelt werden


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