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Kalmus |
Auch genanntAckerwurzel, Ackermagenwurzel, Ackermannwurzel, Kalmuswurzel, Magenwurzel, deutscher Zitwer, Zitwer BeschreibungDiese asiatische Pflanze hat einen flachen, zusammengedrückten, auf einer Seite rinnigen, auf der anderen geschärften Schaft; dieser trägt im Juli und August den etwa 10 cm langen, etwas eingekrümmten, grünlichgelben oder bräunlichgelben Kolben. Die Blätter sitzen am Wurzelstock, stehen aufwärts, werden bis 120 cm lang und sind oben zugespitzt. Die Wurzel ist weiss, daumendick, wird bis einen Meter lang und hat einen Erbrechen erregenden Geschmack nach sehr übelrichendem Stoff. Man sammelt die Wurzel im Frühjahr oder Herbst. Der Kalmus ist eine Wasserpflanze, wächst nur an Seen, Teichen und stillen Gewässern; überall in Europa. VerwendungDie Kalmuswurzel enthält, wie auch alle anderen guten Heilpflanzen verschiedene Bestandteile u.a. Bitterstoff, Harz, Gummi, Salze und ätherisches Öl. Sie ist unter den inländischen aromatischen Heilkräutern das kräftigste Heilmittel. Die Wirkung der Kalmuswurzel ist gleichzeitig flüchtig erregend, anhaltend und stärkend auf die Verdauungsorgane, sie gleicht dem Baldrian, Wermut, der Kamille und Engelwurz. Den Wermut übertrifft sie sogar in der erregenden Wirkung sehr, ebenfalls den Baldrian in seiner Wirkung auf das Nervensystem und auf die Schleimhaut; von der Engelwurz wird sie zwar durch grössere Flüchtigkeit übertroffen, geht ihr aber an stärkenden Kräften vor. Der Gebrauch der Kalmuswurzel ist besonders bei solchen Krankheiten von grossem Nutzen, die durch allgemeine Schwäche und Reizlosigkeit der Verdauungsorgane veranlasst werden, sowie bei Faulfieber, Drüsenleiden und Gicht; sodann gegen öfter wiederkehrende Magenblähung und Darmblähung, Kolik und schmerzhaftem Durchfall. Die Wurzel trägt zur Erwärmung und Entschleimung des kalten, phlegmatischen Magens und Darms ungemein viel bei. Sie will solche Leiden mit Gewalt entfernen. Ausserdem wird die Kalmuswurzel bei Bleichsucht, Wassersucht und gegen Verdriesslichkeit angewandt. Die alten Kräuterärzte gebrauchten sie bei schleichender Abmagerung, die nicht durch Mangel an guter Nahrung bedingt ist, ferner gegen Lähmungen, Krämpfe usw. Aber nicht nur bei den alten Ärzten steht die Kalmuswurzel in gutem Ruf, sondern auch in neuerer Zeit setzen sich berühmte Autoren unter den Ärzten für die Verwendung dieses Mittels ein. Nach Dr. Bohn u.a. soll man Kalmuswurzel gegen Appetitlosigkeit und bei all den oben erwähnten Leiden sehr schätzen. Ein altes Kräuterbuch sagt: "Der aus der Kalmuswurzel ausgeprägte Saft stärkt die schwachen Augen sehr, wenn man sie damit öfter einreibt. Beseitigt übelriechenden Atem und wirkt günstig bei verstopfter Leber und Milz; ausserdem wird die Kalmuswurzel als ein gutes Mittel bei Sexuelle sexueller Schwäche des Mannes, Nierenleiden, Stoffwechselstörungen und endlich zum reinigen des ganzen Körpers von allen Säuren und schlechten Stoffen angewandt." Der Gebrauch der Kalmuswurzel ist auch gut bei Knocheneiterung mit heftigen Schmerzen und nicht zuletzt gegen Darmträgheit. Von der Kalmuswurzel wird zum innerlichen Gebrauch 1-2 Gramm, für Teeaufguss 8-15 Gramm genommen; von den Kügelchen nimmt man öfter am Tage 6-10, von den Tropfen die gleiche Zahl. Am kräftigsten wirkt der Auszug. In Apfelwein angesetzt, etwa 10 Tage an die Wärme gestellt, hernach abgeseiht und einen Teelöffel voll genommen, wirkt sie ausgezeichnet. Eine Kräutermischung mit Kalmus wird als Kräutertee gegen Aufstossen verwendet. Siehe auch
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