Knabenkraut

Knabenkraut gefleckt
Knabenkraut gefleckt

Inhaltsverzeichnis

Auch genannt

Ragwurz, kleines Knabenkraut, Salepwurz, Salepknabenkraut

Beschreibung

Unter den verschiedenen Arten des Knabenkrautes ist das beste und in der Heilkunde gebräuchlichste das kleine Knabenkraut "Salepknabenkraut". Es wächst überall auf trockenen Wiesen und Tristen, wird 15 bis 20 cm hoch, blüht purpurrot, manchmal heller bis rosarot, im April, Mai und Juni. Hat einen länglichen, zweiknolligen Wurzelstock; dieser ist im Durchmesser 15 bis 30 mm. Die Knollen sind aneinandergewachsen und sitzen übereinander, der obere ist saftreich, dagegen der untere Knollen mehr trocken, fast welk und dunkler.

Die unteren Blätter sind stumpf und zurückgekrümmt, dagegen die oberen spitz und aufwärtsstehend. Die Blütenähre besteht aus 5 bis 12 Blüten, diese sind kurz und locker. Man sammelt die Wurzel im Juli.

Verwendung

Nicht nur in der Heilkunde, sondern auch als Nährmittel war die Salepwurz immer sehr geschätzt und von berühmten Ärzten wie Hufeland für unentbehrlich gehalten, weil sie Stoffe enthält, die den allerschwächsten, entkräftetsten und magersten Körper schnell wieder zu seinen besten Kräften und den edelsten Säften verhelfen kann.

Besonders dann denke man an dieses Mittel, wenn das Leiden durch Unterernährung oder durch schlechtes Blut veranlasst wurde, denn es hilft schnell. Bei sehr stark abgemagerten Kindern, dann bei Genesenden als Nahrungsmittel in Wasser oder Milch genommen, wirkt die Salepwurzel ausgezeichnet.

Ausserdem kann die Wurzel gegen Husten, Heiserkeit, Spannen in der Brust, Brennen in der Haut und in den Augen, ferner bei Durchfall, Entzündungskrankheiten, Schwindsucht, aber auch gegen mangelhafte Ernährung, Abzehrung und als reizmilderndes Mittel für die Atmungs- und Verdauungsorgane, als Teeaufguss gebraucht werden.

Dieses ausgezeichnete Kraftmittel kannten schon unsere Ahnen; dies beweist uns der Bericht von Dr. med. Seelig, München 1753 in seinem grossen Werk "Geheimnis vieler bewährter Arzneien": "Man nehme die Wurzel von dem zweiknolligen Knabenkraut und siede sie in Wasser; diesen Absud gebrauche man täglich dreimal. Auf den Genuss hin werden die Alten wieder stärker und kommen "auf die Füsse"; dieses Mittel stärkt dann zugleich bei Männern und Frauen die sexuellen Nerven und beseitigt solche Schwäche sehr schnell, auch dann, wenn der Patient ganz schwach ist.

Kraftmittel

Zu diesem Zweck nimmt man auf einen Virtelliter Wasser 4 Gramm von der gepulverten Wurzelknolle und lässt es eine halbe Stunde sieden, hernach seiht man den Schleim ab und gibt ihm Zucker bei, man lässt ihn dann wieder aufkochen und reicht ihn so den Genesenden. Man kann das Pulver auch in Wein, Wasser und in jeder Suppe nehmen; nur muss sich hier das Pulver ganz auflösen.

Siehe auch



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