Storchenschnabel

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Auch genannt

Gichtkraut, Gottesgnadkraut, Ruprechtkraut, Rotlaufkraut, Robertkraut, Taubenfusskraut

Beschreibung

Wächst auf Steinhaufen, an Mauern, steinigen Ufern, in Wiesen und Wäldern, wird bis 40 cm hoch; auf steinigen Plätzen und Mauern um die Hälfte kleiner, hier wird das ganze Kraut braun, dagegen in den Wiesen und Wäldern grün, es lässt sich leicht brechen, blüht rosarot, im Mai, Juni, Juli, August, September und Oktober. Man sammelt das blühende Kraut den ganzen Sommer.

Verwendung

Der Storchenschnabel äussert in seiner Wirkung eine gewaltige Zugkraft, weshalb das grüne Kraut bei Mittelohreiterung und verschiedenen Ohrenleiden, die von Erkältung herrühren mit sicherem Erfolg gebraucht werden kann.

Sobald sich ein Ohrenleiden bemerkbar macht, hole man sofort grünen Storchenschnabel, diesen macht man zu einem Bündel und legt ihn um den Hals; dieses Mittel zieht augenblicklich die Schmerzen aus und heilt das Übel schnell, wenn man in die Ohren noch etliche Tropfen süsses Mandelöl, das mit ebensoviel Hauswurzsaft gemischt wurde, träufelt. Man kann zu diesem Zweck auch ein Kopfkissen mit Storchschnabelkraut füllen und über Nacht darauf schlafen. Schon nach 3-4 Tagen ist auch ein hartnäckiges Leiden behoben.

Paracelsus, der berühmteste Arzt, den die Welt je gesehen hat, empfiehlt Storchenschnabel den Mutlosen, Traurigen und Schwermütigen, mit Poleiminze und Raute gegessen.

Nach Ficino Marsilio: "Ein herrliches Mittel, das viele hunderte Menschen vom Fieber befreit hat und gleich gut als Universalarznei ist: Man nehme Storchenschnabelkraut, Teufelsabbisswurzel von jedem 30 Gramm und siede dieses in 2 Liter Wasser solange, bis das Wasser zur Hälfte eingekocht ist, teile den Absud zu drei gleichen Teilen und trinke dies auf dreimal. Ehe der Patient mit dem Trinken fertig wird, ist er ganz kuriert."

Ein anderer Praktiker, der auch sehr berühmt ist, Künzle, berichtet: "Tatsache ist, dass bösse Augenentzündungen, Halsweh, Zahngeschwülste, furchtbare Nervenschmerzen in den Wangen, Füssen, unerträgliche Schmerzen im Magen, durch Auflegen von grünem, zerquetschtem Storchenschnabel rasch verschwinden, ebenso bei Nierenschmerzen und Anschwellen der Glieder, ferner rühmt man dieses Kraut bei allen Ausschlägen, trockenen und nassen Flechten, wenn man das kranke Glied in dem Absud badet."

A. J. Barth schreibt ein ganzes Werk über den Storchenschnabel, in dem er unter anderem sagt: "Man sucht jenen Storchenschnabel, welcher auf Mauern und steinigen Plätzen mit braunem Stengel und ebensolchen Blättern vorkommt, und macht ein Bündel daraus. Dieses legt man dem Patienten auf den Nacken, auf die blosse Haut; nachdem das Kraut trocken geworden ist, nehme man aufs neue grünem Storchenschnabel und legt ihn wieder auf, und so fort fahren. Der Kräutermann behauptet, dass ein Arzt des Juliusspitals in Würzburg damit viele Blinde wieder zum Sehen gebracht und eine Menge Gehörleidende geheilt hat."

Wie hier gesagt, heilt dieses Kraut verschiedene Flüsse, stärkt die Nerven und beseitigt Nervenüberreizung.

Ausserdem hat sich der Storchenschnabel bei Gicht und Rheumatismus heilsam gezeigt, wenn diese Leiden durch Erkältung verursacht wurden. Ferner empfiehlt man ihn bei Wechselfieber, Nervenentzündung, Nierenstein, Blutharn; äusserlich bei Wunden, Verletzungen jeder Art, bösartigen Geschwüren, krebsartigen Wunden, Rachengeschwüren, Rotlauf und Brustkatarrh. Seine Namen "Gichtkraut" und "Ruhrkraut" deuten darauf hin, dass dieses Kraut bei solchen Leiden hilft.

Siehe auch