Templer

Mit Beginn des 14. Jahrhunderts wurde - und zwar auf französischem Boden - der gebildetste, reichste und mächtigste geistliche Ritterordern, der der Templer, der Zauberei und des Teufelsdienstes beschuldigt.

Damit Philipp der Schöne von Frankreich und Papst Clemens V den reichen Orden vernichten und sich dessen ausgedehnte Besitztümer anmassen konnten, musste der Vorwurf der Zauberei die Beschuldigung der Ketzerei motivieren. Schon seit langer Zeit war es Philipp ein Dorn im Auge gewesen, dass die Templer sich seiner Gewalt nicht zu unterwerfen brauchten. Im Bunde mit dem Papst berief er im Jahre 1266 den Grossmeister Jakob von Molay von Zypern nach Frankreich, damit er sich mit dem König über einen Kreuzzug gegen die Ungläubigen berate.

Mit einem Gefolge von 60 Tempelherren kam Molay nach Frankreich, und rasch liess nun der König alle in seinen Staaten sich aufhaltenden Ordensmitglieder in Haft nehmen, auf die Ordensgüter Beschlag legen und die Personen dem kirchlichen Urteilsspruch überweisen. Die gefürchteten Jünger Torquemadas fungierten als Inquisitoren. Des absonderlichen Vergehens wurde jener berühmte und verdienstreiche Orden, der allenthalben nur Segen gestiftet hatte, beschuldigt. So wurde den Mitgliedern nachgesagt, dass sie ein Götzenbild, Baphomet geheissen, anbeteten, Christus abschworen und das Kreuz anspien, unnatürlichen Lastern frönten, Kinder opferten usw. Da Folter und andere grausame Qualen die Beschuldigten nicht zu einem Geständnis zu bewegen vermochten und die Untersuchung eine für den Orden günstige Wendung zu nehmen drohte, nahm Philipp seine Zuflucht zu einem schimpflichen Gewaltakt.

Ein Konzil wurde berufen und durch dasselbe 54 Tempelritter als Ketzer zum Tode verurteilt und im Jahre 1310 ausser den Mauern von Paris verbrannt. Der Orden wurde im Jahre 1312 von Papst Clemens aufgehoben und Molay, nachdem er gegen das Urteil, welches auf lebenslängliches Gefängnis lautete, Protest eingelegt hatte, zum Feuertod verdammt. Philipp hatte sein Ziel erreicht, die Ordensgüter fielen ihm zu, die er später teuer an die Johanniter verkaufte.

So wurde der Templerorden, der überall nur Segen und Heil verbreitete und der Christenheit im Orient wohl am förderlichsten gewesen war, durch die Habsucht eines Monarchen und die Kabala des Klerus aufgehoben.


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