Wiesengeissbart

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Auch genannt

Bocksbartkraut, Geissbart, Geisswendel, Johanneswendelkraut, Krampfkraut, Mägdefüsskraut, Mehlkraut, Geissfusskraut, Spierstaude, Wiesenkönigin, Waldbartkraut, Ziegenbartkraut

Beschreibung

Wächst auf nassen Wiesen und an Ufern, wird 40-80 cm hoch, blüht gelblichweiss Juli bis August. Die Blüten haben einen sehr scharfen Geruch. Der Stengel ist glatt, kahl, manchmal rotbraun und sehr verästet. Aus den Blüten entwickelt sich eine traubenartige, nach aufwärts schauende, in der vollen Reife gelbe Frucht, wie bei den Holunderblüten. Die Frucht hat die Grösse eines Stecknadelköpfchens. Die Blätter sind auf der unteren Seite weissfilzig, oben grasgrün. Man sammelt das blühende Kraut im August, die Wurzel im September.

Verwendung

Die Spierstaude wird in Tinkturform gegen Vereiterung und Blutvergiftung zusammen mit Frauenmantel und Bibernelle mit bestem Erfolg gebraucht. Sie beseitigt das Fieber und entgiftet das Blut; diese Eigenschaft der Wiesenkönigin findet man auch in alten Kräuterbüchern vermerkt.

Diese Wirkung bestätigt auch Dr. Schierbaum in seinem "Kräuterbüchlein für gesunde und kranke Menschen und Tiere" folgendermassen: "Am wichtigsten aber ist die Spierstaude als sicheres Mittel gegen den Biss tollwütiger Hunde, also gegen die sogenannte Tollwut, gegen die man sich ganz unnötigerweise in den Pasteur´schen Instituten impfen lässt.

Ein Arzt, Dr. Künnen, wurde von einem tollwütigen Hund gebissen. Da er sich selbst nicht retten konnte, nahm er Zuflucht bei einem Kurpfuscher, der ihn heilte, und zwar mit der Spierstaude. Dr. Künnen war vernünftig und anerkannte die Kunst eines einfachen, kurpfuschenden Bauern. Andere Ärzte, die sich verloren glauben, erschiessen sich zuweilen. Ein Teelöffel frischer, zerschnittener Wurzel der Spierstaude, hintereinander morgens drei Tage genommen, würde sie in manchen Fällen gerettet haben.

Siehe auch



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